Wenn es dreimal klingelt ist es nicht der Milchmann, sondern der Pizzamann, der das Headset bringt!

Endlich herrscht Wettbewerb in der Schweiz. Dank eCommerce und Online Handel. Noch letzte Woche hatten die Siroop-Leute ein müdes Lächeln für meine Forderung nach dem Same-Day-Delivery-Service. Ich schätze die Lage so ein, dass das nicht in allzu ferner Zeit der Match entscheidende Vorteil ist.


Siroop macht aber genau das Gegenteil. Ich bestellte am 25. November einen regelrechtem Warenkorb bestehend aus zwei Flaschen Portwein, zwei DVD's und zwei kabellose Headsets. Das sind bei Siroop vier verschiedene Lieferanten. Die erste DVD war am nächsten Tag bereits im Briefkasten. Der Portwein erreichte mich gestern. 5 Tage Lieferzeit für einen Lagerartikel. Naja. Heute erreicht mich die Email, dass die beiden Headsets nicht lieferbar seien wegen Lieferschwierigkeiten des Lieferanten. Ich entschied mich für das Produkt nach Preisvergleich und wunderte mich noch, wie billig Siroop das anbieten konnte. Nun ja, ich habe sechs Tage verloren und muss jetzt anderswo Ersatz suchen. Siroop aber muss versuchen solche Täuschungen zu verhindern. Wenn ihr Lieferant bloss einen Markttest macht oder Adressen auf diesem Weg sucht, dann finde ich das zumindest nicht okay. Also ran an die Hausaufgaben.

Achtung fertig, STEG!


Meine Headsets will ich jetzt bei STEG kaufen, oder zumindest versuchen zu bestellen. Warum STEG? 


STEG hat sich an die Spitze aller Haushaltelektronik-Lieferanten gesetzt und verspricht nicht bloss Same-Day-Delivery, sondern eine Lieferzeit von bis zu weniger als 3 Stunden am selben Tag. Letzte Bestellung vor 17 Uhr plus Zuschlag von 9.50 CHF und ich habe die gewünschte zwei Headsets noch heute Abend vor 21 Uhr. So zumindest das Versprechen.

Gesagt getan. Ich habe 16:59 h tatsächlich bestellt. Allerdings fand ich meine gewünschten kabellosen Headsets der Qualität Sennheiser, Bose oder Beats nicht.  Das Angebot kabelloser Headsets ist eher dürftig. Schade.

Dafür habe ich jetzt testeshalber ein Bluetooth Headset der Marke Plantronics Voyager Legend bestellt. Das ist bei weitem nicht ein Ersatz für einen Beats-Kopfhörer, sondern ein Bluetooth Kopfhörer zum telefonieren. In meinem Haushalt gibt es eine Bewohnerin, die liebend gerne stundenlang in alle Welt "kabelt". Ein kleines Weihnachtsgeschenk zum Preis von 84.90 statt 99.90 plus 9.50 Expresszuschlag.



Wenn die Lieferung nicht klappt, dann fällt meine Aufmerksamkeit zurück auf den Bestellprozess bei STEG. Der ist kühn. Ich musste mich erst gar nicht einloggen und ellenlange Tabellen ausfüllen, sondern konnte gleich die Ware suchen und in den Warenkorb legen. Nach der Zahlung per PostCard erhielt ich postwendend meine neuen Login-Daten. So etwas habe ich noch nie erlebt. Toll! Das ist Easy-Zugang! Nicht lange fackeln, den Kunden sofort kaufen lassen, auch wenn er gar nicht findet was er will. Weil ich mit wenig Klicks am Ziel war und vorher nicht administrativ gebremst, sprich meine Geduld nicht mit Nonsens strapaziert wurde, kam es zu einem Spontankauf. Sehr geschickt, liebe STEG-Leute.


17:19 h erhielt ich diese Bestätigungsmail, dass die Ware dem Kurier übergeben wurde. Ich wurde darauf hingewiesen, dafür zu sorgen, dass die Ware entgegen genommen werden kann. Werde ich natürlich tun, obwohl ich gerne wissen würde, was geschähe, wenn dem so nicht wäre. Gäbe es morgen einen neuen Anlieferversuch oder würde die Ware an STEG retourniert? 

Ich will es nicht herausfinden und warte jetzt auf das dreimal Klingeln des Pizzakuriers, der das Teil frisch anliefern wird.



Nachtrag 1. Dezember 2016
Um 21:17 h setzte ich eine Mail ab an die Firma STEG, dass die Ware nicht geliefert wurde. 
Ich checkte etwa fünfmal den Briefkasten. Statt des Headset's fand ich die zweite DVD aus der Bestellung an Siroop. Lieferant war das nicht eben kleine Buch und Medienhaus Lüthy und Stocker aus Solothurn. Sechs Tage Lieferzeit von Solothurn nach Biel ist nicht fein. Da muss einer den Weg zu Fuss gemacht haben.

Nachtrag 3. Dezember 2016
Gestern nach 10:00 h rief jemand meine Frau an - ich musste das Haus verlassen und konnte nicht länger warten - und fragte nach, ob jemand zu Hause sei. Sie wusste selbstverständlich nichts von meinem Testlauf. Kurz nach 11 Uhr lieferte ein sich nicht identifizierender Mann das Headset in einer STEG-Tragtasche. Wir haben Zweifel, dass es der Pizzamann war. Vermutlich musste ein STEG-Mitarbeiter selber die Lieferung ausführen.

Fazit: Es ist einfacher, eine Medienkampagne zu fahren als die Prozesse so zu organisieren, dass das abgegebene Versprechen auch gehalten wird. Mich interessiert jetzt noch, was STEG zu meiner Erfahrung sagen wird und ob ich die CHF 9.50 für den Express-Service wieder zurück erhalte.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Individual Pricing vs. Predictive Pricing

Paymit verschwindet vom Markt - Gratulation an Postfinance!

Der Aufschrei der Woche: Wie Valora an ihren Kiosken Daten sammelt