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Es werden Posts vom 2016 angezeigt.

Der Aufschrei der Woche: Wie Valora an ihren Kiosken Daten sammelt

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Wär es nicht ernst es wäre zum Lachen. Da geht die MIGROS über zum Individual Pricing und es scheint nur einige wenige Konsumenten zu interessieren, ausser jenen, die sich ärgern, weil sie mit der neuen Menge Rabattkärtchen nicht zu schlage kommen. Nun wird bekannt, dass die Valora ihre Kunden und Passanten via WLAN ausbaldowert und die halbe Schweiz steht Kopf. Ziemlicher Verhältnisblödsinn.

Immerhin, bei Valora scheint es weniger Schlafmützen zu geben als früher. Vor gut 10 Jahren stellte ich nämlich der Valora im Auftrag von Nokia eine Lösung vor, wie sie ihre Kiosks zu Bluetooth-Hotspots aufrüsten hätten können und derart die Frequenz erhöht hätten. Weil im Hintergrund ein Inhalteportfolio bestehend aus Spielen, Musiktunes usw. bereit gestanden hätte. Ein neues Geschäftsmodell in Ergänzung zu Kaugummi und Printmedien. Aber ich war zu früh und für Nokia zu spät. So läuft das eben in der Digitalen Transformation.

Zum damaligen Zeitpunkt gaben sich die CEOs bei Valora die Türfallen in …

Big Data im Marketing

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Seit geraumer Zeit spukt in Marketing-Kreisen das Gespenst namens Big Data herum. Wie so oft wenn Buzzwords die Runde machen, weiss jedeR etwas mehr als der oder die andere und auf jeden Fall besser als die/der andere Bescheid. Sturm im Wasserglas also? Ja und nein. Seit letzten Wochenende im Das Magazin ein Artikel erschien, der in einer Reportage aufzeigte, wie eine englische Firma bei der Brexit-Abstimmung und der Trump-Wahl eine Rolle spielte, indem sie Erkenntnisse aus dem Bereich Psychographie, Daten aus der Social Media Wolke und anderen nicht näher bezeichneten Quellen bündelte und daraus Folgerungen zog, um Abstimmungen und Wahlen beeinflussen zu können.

Ob nun diese neue Annäherungsweise in Abstimmungs- und Wahlkämpfern tatsächlich einen entscheidenden Einfluss haben auf das Resultat, wissen wir wissenschaftlich abgesichert (noch) nicht so genau. Das soll in diesem Post aber auch keine weitere Rolle spielen. Ich zeige hier auf, was gegenwärtig im Konsumgütermarketing gespielt…

Wenn es dreimal klingelt ist es nicht der Milchmann, sondern der Pizzamann, der das Headset bringt!

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Endlich herrscht Wettbewerb in der Schweiz. Dank eCommerce und Online Handel. Noch letzte Woche hatten die Siroop-Leute ein müdes Lächeln für meine Forderung nach dem Same-Day-Delivery-Service. Ich schätze die Lage so ein, dass das nicht in allzu ferner Zeit der Match entscheidende Vorteil ist.


Siroop macht aber genau das Gegenteil. Ich bestellte am 25. November einen regelrechtem Warenkorb bestehend aus zwei Flaschen Portwein, zwei DVD's und zwei kabellose Headsets. Das sind bei Siroop vier verschiedene Lieferanten. Die erste DVD war am nächsten Tag bereits im Briefkasten. Der Portwein erreichte mich gestern. 5 Tage Lieferzeit für einen Lagerartikel. Naja. Heute erreicht mich die Email, dass die beiden Headsets nicht lieferbar seien wegen Lieferschwierigkeiten des Lieferanten. Ich entschied mich für das Produkt nach Preisvergleich und wunderte mich noch, wie billig Siroop das anbieten konnte. Nun ja, ich habe sechs Tage verloren und muss jetzt anderswo Ersatz suchen. Siroop aber m…

Speakup - eine alternative ChatApp

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Eigentlich ist diese Chat-App nicht für die breite Öffentlichkeit konzipiert, sondern für den Universitätsbetrieb. Ziel der App ist es, die Diskussion einer Modul-Klasse zu ermöglichen und zu befördern.

Studierende können Fragen an den Dozenten stellen und somit natürlich auch an die Klasse und sie können Dozentenfragen an die Klasse beantworten. Zudem können Studierende Fragen die von Studierenden im Backchannel gestellt werden gewichtet werden. So hat der Dozierende schnell einen Überblick über die brennendsten Fragen.

Zur Aktivierung des Publikums werden neuerdings sog. Klickerfragen gestellt. Die Universität Zürich betreibt dazu ebenfalls eine WebSeite mit der entsprechenden App. Hier wird das Ganze Instant-Respond-Class-System genannt. Der Dozent stellt der Klasse eine Frage mit möglichen Antworten. Die Klasse antwortet und augenblicklich wird das Resultat an die Wand projiziert. Damit soll die Zeit vorbei sein in der Dozierende Fragen stellt und niemand getraut sich das eis zu …

UPC und die Notwendigkeit einer Content Marketing Strategie

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Durch einen Blogbeitrag eines Studenten im Rahmen meiner Digital-Marketing-Vorlesungen wurde ich auf eine Problematik der heutigen Kommunikation aufmerksam gemacht.

Der Student dekonstruiert mit Leichtigkeit die Kommunikationsmassnahmen im Bereich Spots von UPC und macht klar, wie unklar die Kundenansprache und die richtige Botschaft von UPC geworden ist. Durch einen quasi historischen Vergleich aller bekannten und immer noch zugänglichen Spots. Diese sind ohne viel Aufwand nach wie vor zu finden (Das Internet vergisst nichts...)

Nach Carlos Real, Schauspieler, Stefanie Berger, Standup Comedian, ist jetzt Michelle Hunziker darum bemüht, das Publikum von UPC richtig anzusprechen und für das Haus UPC zu gewinnen.

In der Tat, der Spot ist bemühend, die Präsentation Hunzikers eher peinlich und das technische Resultat des Spots etwa so gut wie die Leistungsqualität von UPC. (Ich kann es subjektiv beurteilen, ich bin (noch) Kunde der Firma.) Ist das die eigentliche Botschaft? Das man gegen…

WebSummit 2016 Lissabon - eine erste Bilanz

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Vor sechs Jahren fand zum ersten Mal ein WebSummit in Dublin mit 400 Teilnehmenden statt. Rasch entwickelte sich der Event und stiess binnen fünf Jahren an die Grenzen der Stadt Dublin. Mehr war nicht möglich also suchten die Organisatoren eine andere europäische Stadt und entschieden sich schliesslich für Lissabon. Über 53'000 Teilnehmende aus über 130 Ländern folgten dem Ruf und überfluteten für vier Tage die Stadt am Tejo mit seinen etwas mehr als 500'000 Einwohnern. Ds Davos der Geeks, schrieb ein Medium. In der Tat.

Man kann im Rahmen eines Posts einer solchen gigantesken Veranstaltung nicht gerecht werden. Zu viele Eindrücke, zu viele Menschen, zu viele Startups und zu viele neue Webideen überfluteten den Besucher.

Die Bilder zeigen ein paar Impressionen von Startups, die um Investoren-Aufmerksamkeit kämpften. es gab kaum ein Bereich für den es keine Idee gab. Disruptive Konzepte allerdings waren keine zu entdecken. Oder verbargen sich diese in abstrakten Umschreibungen, u…

Lauterkeit der digitalen Werbung bei Nahrungsmittel - ein Fallbeispiel

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Eines ist sicher, der Verlust der traditionellen Medien hat auch seine Nachteile. Als sich das Geschäftsmodell Tageszeitung/Werbeauftraggeber noch in idyllischen Gefilden abspielte, bildete die Anzeigenabteilung des Verlags noch so etwas wie ein Gewissen. Jedes vorgelegte Inserat wurde nicht angenommen und zurückgewiesen. Ein minimales Mass an Redlichkeit wurde damals gelebt. Eine gewisse Selbstregulierung funktionierte, ohne das der Staat einschreiten musste. Redlichkeit in der Werbung ist zumindest in der Schweiz nicht gesetzlich geregelt. Sie wird von einer Stiftung, der  Schweizerischen Lauterkeitskommission garantiert. Sie ist Anlaufstelle für Beschwerden.

Demgegenüber lässt das Internet heute viel mehr zu als es früher möglich war. Eine effektive Kontrolle gibt es nicht. Wird unlauter geworben auf dem Gebiet der Schweiz und es ist nachweisbar, dass die Webseite auf einem Schweizer Server liegt, dann kann man dagegen Beschwerde führen als wäre es ein Inserat geworden. Nur was, wen…

Individual Pricing vs. Predictive Pricing

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Die reale Welt lernt immer mehr von den Internet-Geschäftsmodellen. Predictive Pricing und Individual Pricing auf der Basis von Analysen von Kundenverhalten sind Innovationen von Amazon, Reiseplattformen wie Fluggesellschaften und AirBnB.

Nun geht die MIGROS über zur individuellen Bepreisung gewisser Produkte aufgrund ihrer Datenanalysen aus der Cumulus-Datensammlung. Das ruft nun dieselbe Kritik hervor wie bei einem entsprechend ähnlichen Versuch der COOP, die von solchem Verhalten abrücken musste. Vorläufig. Nun geht die MIGROS in den Lead und versucht ihr Glück.


DIE NZZ titelt Click-Bait-mässig: Die Reichen bezahlen mehr! 20 Minuten zog die Story heute nach.
Nun, als nicht Reicher könnte mir das ja egal sein. Nur, ich glaube nicht, dass sich diese Versuche der Grossisten auf die Reichen fokussieren. Sondern dass nämlich dort Marge abgeschöpft wird, wo es unausweichlich ist für den Konsumenten. Denken wir etwa an Pumpers. Oder an Biogemüse oder andere unverzichtbare Produkte des täglic…

Mobile Payment - setzt sich 2017 durch?

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ITReseller berichtet, dass immer noch über 60 Prozent des alltäglichen Konsums in der Schweiz mit Bargeld bezahlt. 1990 lag dieser Wert bei 90 Prozent, wie die Erhebungen der Schweizer Nationalbank (SNB) zeigen. Rund 10 Prozent aller Bezahlungen werden mit der Kreditkarte und die restlichen gut 30 Prozent mit Debit-Karten getätigt. Aber auch die durchschnittlichen Transaktionsvolumina von Kredit- und Debit-­Karten in der Schweiz haben in den letzten zehn Jahren kontinuierlich abgenommen. So lag das durchschnittliche Transaktionsvolumen 2005 bei 186 Franken für inländische Kreditkarten und bei 83 Franken für Debit-Karten. 2014 sank dieser Wert auf 118 Franken für Kreditkarten und auf 69 Franken für Debit-Karten. Gleichzeitig hat die Anzahl der Transaktionen aber signifikant zugenommen, wie die Studie der SNB zeigt. Dadurch sind auch die Transaktionskosten für Händler gestiegen, während die Bequemlichkeit für den Konsumenten, etwa über die Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens, an Bede…

eShopping löst offensichtlich Einkaufstourismus ab

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Heute gab die Post bekannt, dass sie täglich 20'000 Luftpolstercouverts und Kleinpakete aus China abwickelt. (Siehe Artikel im Der Bund.) Trotz der krassen Menge ist das kein Geschäft für die Post, weil sie von der chinesischen Post keine ausreichende Kostendeckung erhalten hat. Das soll sich nun ändern.

Bereits im Januar 2016 berichtete 20 Minuten, dass die Post bei den chinesischen Päckli die Kosten nicht decken kann. Ab Grenze bis zum Empfänger der Sendung zahlt die Post die Zeche, resp. wir alle, die nicht in China einkaufen und der Post eklatante Gebühren zahlen müssen. Im Juni zieht der Tagesanzeiger die Geschichte nach und weiss von einer Verachtfachung des Geschäftsvolumens seit 2012 und anhaltendem Wachstumsraten von gegen 50% zu berichten.

Auch in dieser Woche berichtete die Handelszeitung, dass der grenznahe Einkaufstourismus nach Deutschland offenbar rückläufig ist. Das zeigt nebenstehende Grafik der Six Group, die die Umsätze mit der Maestrokarten ausgewertet hat.

Die Sc…

Samsung vs. Apple?

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Galaxy Note 7 ist ein Desaster für Samsung. 2.5 Mio. dieses Produktes musste Samsung zurückrufen. Ein Schaden von über 1 Mia- $ soll Samsung damit entstanden sein.
Den Imageschaden kann man kaum bemessen.

Wie kann so etwas geschehen?

Man konnte lesen, dass Samsung zu früh auf den Markt kam, um Apple zu schlagen, deren iPhone 7 schon angekündigt war. Dabei hätte Samsung gewusst, dass die Schale in der neben Rechner, Screen eben auch die sich nun entzündende Batterie befindet, zu klein war. Dass so die Batterie gepresst wurde und darum zu heiss werde. Kam dann noch dazu, dass das Ersatzgerät ebenfalls zu brennen begann. Wirklich ein Desaster dieser bei genauer Betrachtung völlig unsinnige Wettbewerb.

Unsinnig deshalb, weil sich Samsung auf der völlig falschen Ebene mit Apple misst. So wie viele Konsumenten auch, hat Samsung die Strategie von Apple nicht verstanden. Dabei wurde die in aller Deutlichkeit von Tim Cook vor zwei Jahren (?) an einer seiner Keynotes offenbart. Apple erschliesst s…

«Wir wollen unser Baby wach, intelligent, ohne Bullshit»

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Das sagt einer der bekanntesten und profiliertesten Journalisten des Tags-Anzeiger, Constantin Seibt, der per Ende Jahr seinen "sicheren" Arbeitsplatz aufgibt und gemeinsam mit anderen ein neues Journalismus orientiertes Medium aufbauen will und somit ins Risiko geht.


Gestern kamen erste, vermutlich gezielte Gerüchte auf. Dies im Zusammenhang mit der bekannt gewordenen Kündigung von Seibt beim Tages-Anzeiger. Es wird auf die Webseite eines Projekt-R mit .construction als Domian Extension verwiesen. Neben knappen Infos und dem Hinweis auf eine angesagte Rebellion, kann man seine Mail-Adresse hinterlassen, um direkt aus dem Projekt heraus informiert zu werden.

Leider ergaben meine Recherchen keine Hinweise darauf, wer neben Seibt noch hinter dem Projekt steht. Die Seite wurde bei einem Pariser Host und Registrarplatziert.(.construction - eine hübsche Idee, seine Spuren zu verschleiern. Ein Indiz, dass hier technisch und internetphilosophisch kompetente Leute am Werk sind.) 

Heute…

Lifestyle Drinks - Cider und sein Digitale Vermarktung, eine Fallstudie

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Redbull kann als Vorbild gelten, wie man aus Zuckerwasser und einigen unbekannten Aromastoffen, und ein paar wilden Gerüchten ein unglaubliches Geschäft machen kann. Mit etwas gutem Willen sind die Gerüchte als Storytelling zu identifizieren, mit etwas bösem Willen waren es ein paar groteske Lügen. Taurin sei das Wundermittel, das aus Redbull mehr macht als nur Zuckerwasser. Ein paar übertüchtigte Beamte glaubten und setzten das Wasser auf die Sperrliste und verboten Redbull. Von da an war es geschehen. Redbull setzte zum Welterfolg an und der Erfinder Dietrich Mateschitz stieg vom einfachen Marketingleiter zum x-fachen Milliardär und reichsten Österreicher auf. Seine Leistung war ein Marketingkonzept, dass diese Bezeichnung wirklich verdient. Und: das man für Wasser jeden Preis verlangen kann, wenn man nur eine schillernde Geschichte rund herum baut und unterhält.

Die Getränkebranche hatte von Redbull zu lernen. Und sie lernte wie folgender Post aufzeigen sollte. Zum Beispiel die Bier…